Heute soll es weitergehen mit den von Neil Patel herausgestellten psychologischen Prinzipien, die die Leser- sowie Käuferloyalität Ihrer Kunden beeinflussen können.

Angefangen haben wir im ersten Teil dieses Beitrages vor ein paar Wochen mit dem Prinzip, dass äußerlich reiche und erfolgreiche Menschen automatisch auch intelligenter eingeschätzt werden. Diese Tatsache wird als „Halo-Effekt“ oder Attraktivitäts-Stereotyp bezeichnet. Daraufhin haben wir Ihnen vom IKEA-Effekt erzählt, der besagt, dass Menschen vormontierte Produkte mögen. Ihre Kunden fühlen sich produktiv, wenn sie schnell und einfach gekaufte Produkte selbst fertig stellen können. Der dritte Effekt namens „paradox of choice“, den wir Ihnen im ersten Teil des Beitrags vorgestellt haben, besagt, dass Ihre Kunden schnell von zu vielen Angeboten überfordert oder überwältigt sind. Bieten Sie daher wenige, aber sehr gute Auswahlmöglichkeiten an und erleichtern Sie Ihren Kunden ihre Entscheidung.

 

Ihre Leser haben immer Recht, auch wenn sie es nicht haben.

Der Kunde ist König! Diesen Satz und den Erfolg, der dahinter steckt, kennt eigentlich jeder. Dasselbe trifft auch auf Ihre Leser zu. Diese haben immer Recht, oder sie gehen davon aus, dass sie immer Recht haben. Dies liegt am Effekt des Bestätigungsfehlers (engl. confirmation bias). Dieser besagt, dass Informationen von Menschen so ausgewählt und selektiert werden, dass diese den eigenen Erwartungen oder Meinungen entsprechen.

 

Stellen Sie sich vor, Sie essen gerne Schokoladenkuchen. Sie lesen einen Artikel, der sagt, dass Schokolade sogar gut für die Gesundheit ist. Sie werden den Artikel infolgedessen als interessanter und journalistisch hochwertiger einstufen, weil Sie dieselbe Meinung vertreten wie der Autor oder sich wünschen, dass der Artikel wahr ist.

 

Die meisten Menschen fühlen sich sogar bestärkt in ihrer eigenen Meinung, wenn sie einen Artikel lesen, der ein Argument gegen ihre eigene Meinung beleuchtet.

Es gibt zwei verschiedene Wege, die Sie gehen können, um confirmation bias für Ihr Marketing zu nutzen:

 

  • Formulieren Sie Ihren Standpunkt um den Ihrer Kunden.

 

Stellen Sie sich vor, Sie betreiben einen Food Blog. Sie gehen davon aus, dass Ihre Leser gegen Tierquälerei sind. Sie werden daraufhin vermutlich keinen Blogbeitrag mit der Überschrift „Bessere Eier aus Käfighaltung“ verfassen, denn dies würde den Erwartungen Ihrer Leser widersprechen.

Ihre Leser werden vermutlich schnell entscheiden, dass Ihr Blog qualitativ schlecht ist und nicht zu Ihnen wiederkehren.

 

  • Konzentrieren Sie sich darauf, die richtige Zielgruppe Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung zu beeindrucken.

 

Es ist sehr wichtig, dass Sie wissen, mit welchen Kunden Sie sprechen wollen und welche Menschen potentiell zu Ihren Kunden werden können.

Stellen Sie sich vor, Sie gründen ein Unternehmen, das Tutorials für Studenten verkauft, in denen gezeigt wird, wie sich diese jungen Leute ihre eigenen Möbel bauen können. Würden Sie teures Holz aus dem Baumarkt als Grundbaustein vorschlagen? Vermutlich nicht. Sie könnten vorschlagen, dass die Studenten sich Möbel aus alten Euro-Paletten bauen könnten. Diese sind relativ günstig, stabil und sehen sehr gut aus. Damit erfüllen Sie die Erwartungen Ihrer Zielgruppe und bestärken Ihre Kunden in Ihrer Meinung, dass man sich auch Möbel bauen kann, ohne viel Geld auszugeben.

 

Haben Sie einen, haben Sie alle: Der „Bandwagon Effekt“.

 

Haben Sie schon mal von sogenannten Bandwagon sports fans gehört? Unter diese Bezeichnung fallen Leute, die von sich behaupten, sie seien ein „Fan“ einer bestimmten Mannschaft, nur weil diese seit einiger Zeit sehr erfolgreich ist. Diese Fans haben meist noch nie ein reguläres Spiel gesehen und besitzen keine Merchandise-Artikel von Teams oder Spielern bzw. würden sich je welche kaufen.

Der Effekt, dass Menschen sich gerne und oft der Meinung der Masse anschließen, nennt sich „Bandwagon Effekt“. Entscheidungen sollen damit erleichtert werden und der Meinung, die alle teilen, wird vertraut. Die Chance, dass die Meinung der Masse die wahre Meinung ist, scheint sehr hoch zu sein.

 

Wie können Sie den „Bandwagon Effekt“ für Ihr Unternehmen nutzen?

  • Zeigen Sie Ihren Kunden, wie viele Menschen sich für Ihre Inhalte interessieren und wie groß Ihre Leserschaft ist. Heben Sie Referenzen hervor und überzeugen Sie Ihre Kunden, dass sehr viele Menschen Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung als gut befunden haben.
  • Versuchen Sie, möglichst viele Kommentare für Ihre Beiträge zu erhalten. Ein Beitrag, der oft kommentiert wurde, muss doch gut sein, stimmt‘s?

 

Fragen Sie gute Freunde, ob diese einen Kommentar hinterlassen können. Am schwierigsten ist es, die ersten Kommentare zu bekommen. Danach werden Sie sehen, wie schnell immer mehr Leute auf diesen Zug aufspringen werden.

Der Vegan Blog von PETA Deutschland e.V. hat eine Möglichkeit gefunden, nach Kommentaren zu fragen. Und wie Sie hier am dazugehörigen Blogbeitrag sehen, hat es geklappt.

 

  • Ein geteilter Blogbeitrag wird weitergeteilt! Stellen Sie möglichst kurzfristig nach der Veröffentlichung Ihrer Beiträge sicher, dass mindestens fünf Personen durch das Teilen von Ihrem Beitrag zeigen, dass ihnen Ihr Beitrag gefällt.

 

„Get the wagon going so that future voters can jump on it.” Neil Patel

 

  • Legen Sie einen Fokus auf Referenzen!

 

Sie haben es bestimmt schon einmal erlebt: Sie müssen sich einen neuen Drucker oder eine neue Kamera kaufen und schauen bei Amazon, wie gut bestimmte Produkte bewertet wurden. Bei demselben Preis werden Sie immer das besser bewertete Produkt mit vielen guten Referenzen kaufen und viele Menschen geben für eine bessere Bewertung oftmals sogar mehr Geld aus.

gute Bewertung

 

 

Verringern Sie das Risiko, damit Ihre Kunden risikobereiter werden.

 

In diesem Fall gilt das Motto „no risk, no fun“ nicht, denn Ihre Kunden wollen kein Risiko eingehen. Diesen Effekt nennt man „Peltzman effect“ oder auch Risikokompensation. Beschrieben wird ein paradoxes Phänomen: Je sicherer das Umfeld von Personen gestaltet wird, desto riskanter handeln diese Personen. Der Begriff stammt aus der Verkehrspsychologie oder Arbeitspsychologie.

Sie machen eine Person darauf aufmerksam, dass diese ihren Anschnallgurt im Auto nicht benutzt und diese schnallt sich daraufhin an. Was meinen Sie, was sich an ihrer Fahrweise ändern wird?

Die meisten Personen fahren daraufhin paradoxerweise schneller und unvorsichtiger, weil sie sich sicher fühlen.

 

  • Versichern Sie Erfolg! Bieten Sie Ihren Kunden, damit diese auf der sicheren Seite sind, eine Geld-zurück-Garantie an.
  • Machen Sie Ihren Kunden klar, dass diese nicht die ersten sind, die Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung ausprobieren. Ihre Kunden fühlen sich daraufhin sicherer und gehen das verringerte Risiko ein, bei Ihnen etwas zu kaufen.

 

Wie sie sehen, ist das Denken der meisten Menschen nicht immer bzw. eher selten logisch! Unser Denken wird durch viele psychologische Effekte beeinflusst und Menschen entscheiden unbewusst oftmals ähnlich und nicht so, wie es andere Menschen auf den ersten Blick erwarten würden.

Es ist deswegen sehr gut, dass diese psychologischen Effekte von den verschiedensten Wissenschaftlern erforscht und benannt werden, sodass Sie als Unternehmer sich auf diese Verhaltensweisen einstellen können und erfolgreiches Social Media Marketing betreiben können.

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November 4th, 2015

Posted In: Online Marketing, Social Media Marketing

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